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Warum wir happycart heute anders bauen, als wir es einmal geplant hatten

Ein Beitrag von Simon Jacko, Gründer & CEO von happycart

happycart hat nicht als B2B-Produkt für Retailer angefangen. Wir waren eine Website-Funktion mit Einkaufslisten-App für die smarte Planung des Wocheneinkaufs: Rezepte von bekannten Seiten speichern, Zutaten automatisch zur Einkaufsliste hinzufügen, den bevorzugten Supermarkt wählen, Preise und Aktionen im Blick behalten, die Liste mit Familie oder Freund*innen teilen.

Mit der Distribution kannten wir uns dabei durchaus aus: Große Rezeptseiten in Deutschland haben unseren Button integriert, damit Nutzer*innen Zutaten direkt aus dem Rezept in unsere Einkaufsliste übernehmen konnten. Das Netzwerk stand. Nur hat der Weg von "Button gesehen" zu "App runtergeladen und aktiv genutzt" nicht die Reichweite erzeugt, die wir gebraucht hätten.

Um daraus ein Geschäft zu machen, haben wir versucht, Marken Werbeplätze zu verkaufen - direkt im Rezept-Kontext, neben der passenden Zutat. Verpackt in mehrere eigene Ad-Produkte mit kryptischen Namen.

Wir wollten außerdem selbst beweisen, was wir heute noch als offenes Problem der ganzen Branche beschreiben: ob aus einer Platzierung ein tatsächlicher Kauf wird. Unser Ansatz war, das direkt in der App zu verfolgen. Das Problem: Um daraus belastbare, aussagekräftige Zahlen zu bekommen, hätten wir eine Nutzer*innen-Basis gebraucht, die sich nur mit einem Marketingbudget aufbauen lässt, das wir nicht hatten - und das für eine kostenlose Consumer-App auch kaum wirtschaftlich sinnvoll gewesen wäre.

Drei Dinge kamen also zusammen: ein Produkt-Portfolio, das für Marken ohne etablierten Track Record zu viel Erklärungsaufwand bedeutete, ein Wirkungsnachweis, der nur mit einer Reichweite funktioniert hätte, die wir trotz guter Distributionspartner nicht erreicht haben - und die Erkenntnis, dass eine eigene App dafür der teuerste mögliche Umweg war.

Die Konsequenz, die wir daraus gezogen haben, prägt happycart bis heute: ein einziger, klar erklärbarer Mechanismus statt eines Produktkatalogs - der heute sowohl für Retailer mit lokalen Angeboten als auch für Marken funktioniert, ohne dass es dafür mehrere verschieden benannte Ad-Formate braucht. Und: Wir wollen künftig nicht mehr auf eine eigene Nutzer*innen-Basis angewiesen sein, um Reichweite oder Kaufdaten zu bekommen, sondern direkt aus dem Rezept in die App des jeweiligen Händlers verlinken - dorthin, wo Menschen ohnehin schon einkaufen. Gemeinsam mit Handelspartnern wollen wir darüber auch den Wirkungsnachweis liefern, den wir früher allein und ohne die nötige Reichweite versucht haben.

Manches davon kommt euch vielleicht bekannt vor: den bevorzugten Supermarkt wählen und Aktionen im Blick behalten, das gab es bei uns schon damals. Nur ist das heute kein Feature einer Einkaufslisten-App mehr, sondern der Kern eines Produkts für den Handel selbst, das lokale Angebote im gewählten Markt automatisch dem passenden Rezept zuordnet.


Simon Jacko ist Gründer & CEO von happycart.
happycart macht aus lokaler Angebotskommunikation digitale Einkaufshilfen - im Rezeptkontext, standortgenau, im Moment der Kaufentscheidung.